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ID #1018

Was ist Astrologie?

Astrologie [griechisch] die, Sterndeutung, bis zum 4. Jahrhundert Synonym zu Astronomie, später nur noch die Sterndeutekunst, die individuelles Schicksal und Charakter, aber auch Ereignisse wie Krieg, Frieden, Katastrophen oder Glück verheißende Tage aus dem Einfluss der Gestirnkonstellationen deutet oder vorhersagt.

Methodik und Systematik: Astrologische Lehren finden sich bei Naturvölkern und in allen Hochkulturen; zugrunde liegt die Anschauung, alle Teile der Welt seien durch erfassbare Ähnlichkeit miteinander verbunden, also auch der Mikrokosmos Mensch mit dem Makrokosmos Welt: ›Wie oben – so unten!‹. – Die wichtigsten Begriffe eines westlichen Horoskops sind die zwölf Tierkreiszeichen , die zehn Planeten (zu denen auch Sonne und Mond gezählt werden), zwei Linien, die Achsen genannt werden und die den Himmel – eigentlich die grafische Darstellung des Tierkreises – in jeweils zwei Hälften unterteilen, sowie die zwölf sogenannten Häuser. Insbesondere im Zuge der psychologischen Begründung der Astrologie, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts versucht wird, sind die Begriffe ›Planeten ‹, ›Tierkreis ‹ u. a. nicht mehr Synonyme für astronomische Objekte, sondern für menschliche Eigenschaften. Unabhängig vom Stand der Diskussion um Wissenschaftlichkeit und einen möglichen Sinn astrologischer Deutungen bieten alle astrologischen Systeme ein System von Regeln, mit dem bestimmte Aspekte des menschlichen Lebens zueinander in Beziehung gesetzt werden. Diese so ermittelten Beziehungen müssen danach wieder mit Rücksicht auf die Regeln gedeutet werden.

Grundlage der stark mystisch-symbolischen Deutungen bilden die den Planeten zugeschriebenen ›Wesenskräfte‹ wie Aktivität (Mars ), Intellekt (Merkur ) und Erfahrung (Saturn ). Dabei wird den 12 Abschnitten beziehungsweise Sternbildern des Tierkreises(Tierkreiszeichen) Zusatzwirkung zugeschrieben, die je nach Sternbild und Stellung der Planeten zu ihnen verschieden sein soll. Als wichtig gilt die Gestirnkonstellation im Augenblick der Geburt (u. a. Rolle des Aszendenten ; Horoskop ). Da rationale Beweise fehlen, wird die Astrologie zu einer Glaubensfrage. In der Gewinnung rechnerischer Anhaltspunkte hingegen, in der Aufstellung der Konstellation, war die Astrologie mit der Entwicklung der Mathematik und Astronomie verknüpft. Im 20. Jahrhundert bezogen Anthroposophie und Psychologie astrologische Lehren ein. Auch einige Naturwissenschaften bemühen sich um wissenschaftliche Untersuchung kosmischer Einflüsse (z. B. Sonnenaktivität, Mondeinfluss auf das Verhalten von Organismen, biologische Rhythmen u. Ä.).

Geschichte: Die Anfänge der Astrologie liegen in Babylonien, Assyrien und Ägypten. Davon zeugen die Keilinschriften aus der Bibliothek Assurbanipals (um 640 v. Chr.) und der noch heute verwendete Tetrabiblos (›Werk in vier Büchern‹) des Ptolemäus (um 150 n. Chr.). Im Mittelalter (als den Menschen einbeziehender Teil der Astronomie) zu den Artes liberales zählend, erlangte die Astrologie Einfluss auf alle Angelegenheiten im Alltagsleben der Menschen und prägte stark den Volksglauben. Begünstigt durch die massenhafte Verbreitung von Verhaltensmaßregeln ab etwa 1450 durch Buchdruck und fahrendes Volk, entstand eine Volksastrologie, die auch an die schon seit der Antike verbreitete ›vulgäre‹ beziehungsweise ›Trivialastrologie‹ anknüpfte.

In ihrer Blütezeit (15.–17. Jahrhundert) konnte die Astrologie die abendländische Alchemie, Astronomie, Medizin (Heilkunde, z. B. Aderlassmännchen), Philosophie und Theologie beeinflussen. Mit dem kopernikanischen Weltbild und der Aufklärung (18. Jahrhundert) wurde die Astrologie, der es nie an erbitterten Gegnern gefehlt hat, zurückgedrängt. Um 1900 kam die ›statistische Astrologie‹ auf; astrologische Deutungen des Menschen erlangten seit den 1920er-Jahren in Verbindung mit der Psychoanalyse und Tiefenpsychologie eine neue Ausrichtung (›neue‹ beziehungsweise ›anthroposophische Astrologie‹, ›therapeutische Astrologie‹). Besonders durch das Aufkommen der Esoterik in den 1980er-Jahren lebte auch die Aufmerksamkeit für die Astrologie (›esoterische Astrologie‹, ›karmische Astrologie‹, ›transpersonale Astrologie‹) und sogenannte kosmische Heilenergien (›Chakras‹) in gewisser Weise neu auf. Die weit verbreiteten Zeitungs- (erstmals 1899), Rundfunk- und Fernsehhoroskope und Ähnliches werden nicht zur Astrologie im eigentlichen Sinn gezählt. ( chinesische Astrologie)

 

Quelle : http://lexikon.meyers.de

Astro Tags: Astrologie

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Letzte Änderung des Artikels: 2007-06-24 01:47
Verfasser des Artikels: Christoph Tischler
Revision: 1.129

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